Wednesday, July 25, 2007

Everything ends.

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Dietrich Bonhoeffer



Kurz nachdem ich heute Morgen meinen Computer gestartet hatte war die Nachricht vom Tod Ulrich Mühes das Erste was ich sah. Nun bin ich kein Freund blinder Adressierungen irgendwelcher Glückwünsche oder Beileidsbekundungen über Websites oder Foreneinträge an bekannte Persönlichkeiten. Die Realität ist doch, dass die Beglückwünschten oder Bemitleideten diese Grüße eh nicht lesen. Geschweige denn von den Äußerungen, die zuweilen direkt an die Verstorbenen selbst gerichtet sind, als wäre der virtuelle Raum nur ein Nebenzimmer des Jenseits.

Aber diese Nachricht hat mich so traurig gemacht, dass ich darüber schreiben musste, bevor ich all die Nichtigkeiten adressiere, die diesem Post folgen werden.
Jeder von uns kennt Menschen, die durch irgendeine Form von Krebs dem Tod näher sind als je zuvor. Jeder von uns hat diese Krankheit schonmal verflucht, in Angst um den Verlust von Freunden, Verwandten oder des eigenen Lebens.
Natürlich kenne ich Ulrich Mühe nicht persönlich. Ich kannte nur seine Arbeit, die mich immer wieder bewegt hat.
Was mir an Ulrich Mühes Spiel besonders gefiel waren vor allem seine Eleganz, eine Präsenz, die sich als feminin bezeichnen lässt und letztenendes auch seine Verletzbarkeit. Sein Timing war wunderbar. Und seine Zartheit nahm mich jedesmal wenn ich ihn auf einen Bildschirm oder der Leinwand sah total ein.
Es ist schön, dass uns diese Dinge erhalten bleiben.

Laut imdb hat Mühe noch an dem Filmprojekt NEMESIS gearbeitet und zur Zeit gibt es einige neue Folgen mit ihm als den Gerichtsmediziner Robert Colmar in der guten Serie DER LETZTE ZEUGE.
Mehr zum Leben von Ulrich Mühe gibt es vorerst hier.

Thursday, July 12, 2007

Men in hats

Watch it*. Be happy. Share the fictitious reactions of your bodies here, or there, there or over there.



Maybe Shia LaBeouf's "OH MY GOD ......OH MY GOD ....OH MY GOD" reaction to a behatted Harrison Ford, coming out of his trailer, gets legitimated and understandable once you see it all for yourself or actually read the semi-gushing comments. If neither of the two things are melting your heart I recommend you to close this window/tab and never come back.


*Better click right here to decipher non-existent background hints, don't see any people in SLUSHO tees, marvel at Lucas' hair, wonder where Lucas' flannel ended up or ...just listen to that one second of Harrison's heavy breathing over and over again...

Wednesday, July 11, 2007

Weihnachten - Alles muss raus!

SKETCHES OF FRANK GEHRY

Oft geschieht es, dass man Filme für die man Feuer und Flamme ist und auf deren imdb Seite man völlig verzweifelt kein deutsches Veröffentlichungsdatum findet (wohl aber eines für Grönland oder sonstige unbewohnte Flecken), einfach in die hinterste Ecke des Gehirn oder den DVD Import- Wunschzettel verbannt.
Alles andere wäre einfach zu belastend.






Umso schöner ist es dann, wenn ganz plötzlich eine Programmankündigung oder Kritik in der Zeitung auftaucht. Auch wenn es zwei Jahre her ist, seitdem man im Talkback oder Foreneintrag zur amerikanischen Onlinekritik sein "Can't wait to see it!" oder "I'm so anticipating it!!" in die endlosen Weiten des www geschickt hat.

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Obwohl Sydney Pollack zweifellos die Finger in Harrison Fords Karriere-Blackout des letzten Jahrzehnts mit drin hatte* gehört er für mich einfach zu den Guten der amerikanischen Filmindustrie dazu. Ich freu mich immer darauf einen Film von ihm oder mit ihm zu sehen. Er kann gute Geschichten erzählen. Als Schauspieler, als Regisseur oder aber als interviewter Künstler. Da kann man sich mal wieder beim cinema verité bedanken, dass abgesehen von Frank Gehry auch darauf Sydney Pollack auf der Leinwand zu sehen sein wird. (Jean Rouch rulez)
Ansonsten kann ich Künstlerdokumentationen einfach nicht widerstehen.



1-18-08


Das Internet quillt beinahe über mit Getratsche über J.J.Abrams Cloverfield-Projekt, das irgendwann auch mal den Namen Slusho trug, der nun wiederum auf einem T-Shirt im Teaser aufgetaucht ist (Diese Effekt vermeintlicher Widererkennung von wichtigen Indizien ist mir als Smokie-Phänomen bekannt. Es taucht überall auf. Auch als in dem ). Es gibt mehrere Seiten, die den Namen Ethan Haas oder Cloverfield verwenden und den Anschein erwecken, Teil eines viralen Marketingkonzepts für 1-18-08 zu sein, es aber nach Abrams eigenen Angaben auf AICN nicht sind.

Aber jetzt erstmal der Trailer:




Es geschieht nur noch selten, dass man so etwas über einen Film sagen kann, aber das, was Ihr eben gesehen habt ist alles, was über 1-18-08 (der Titel? Wer weiß das schon.) bis jetzt definitiv bekannt ist. Der Rest besteht lediglich aus Spekulationen über Cthulhu, brennenden Löwen oder sonstigen Lovecraft-inspirierte Monstern, die in diesem Film angeblich New York (was soviel heißt wie die ganze Welt) angreifen. Der Trailer tritt "einigen erstklassigen Arsch", um es in der Fachsprache vermeintlich illiterater Internet-Fanjungs zu sagen.

Obwohl ich beim ersten Sehen des Trailers nicht übermäßig schockiert war, weil man schon zuvor von exorbitanten Jubelschreien über die darin enthaltenen Szenen nur so zugeschüttet und siedend heiß gemacht wurde, beweist der Trailer indiskutable qualitative Größe. Ist schon klar, dass Handkameras nichts besonderes mehr sind. Umso besser aber ist es ihren Effekt dennoch mit Erfolg und Bedeutsamkeit zur Schau zur stellen. So wie in diesem Trailer + hoffentlich auch Film geschehen. Der Kopf der Freiheitsstatue: Köstlich. Am besten ist aber tatsächlich die erste vom Dachgarten aus beobachtete Explosion. Das Monstergeräusch kennen wir von J.J. jedoch um Einiges besser...
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Vielleicht wird der Film bombastisch. Vielleicht wird aber auch die virale Marketing-Kampagne viel besser. Bis jetzt hab ich noch nicht ganz verstanden, was eigentlich ihr Inhalt sein soll. Ich hab seit gestern den, ja von Natur aus eher unproduktiven und sich in Selbstreferenzen und von infantilen bis kreativen Wortspielen, Anspielungen und Kämpfen von gut vs. böse, selbst auflösenden Talkback nicht mehr wirklich verfolgt. Kann aber sein, dass in der Zwischenzeit tatsächlich irgend etwas herausgefunden wurde.
Als ich noch klein (2001) war bereitete mir das legendäre AI puzzle großen Spaß. Wenn auch nur als passiver Seitenanklicker. Ach ja, manchmal verbrachte ich auch langweilige Schulstunden damit irgendwelche Rätsel zu lösen oder mindestens so zu tun. Und ich rief einmal auf der Nummer von Ethan...(er hieß auch Ethan?) Chan in den USA an, wo dann eine mysteriöse weibliche Anrufbeantworter-Stimme irgendwelche für mich undurchschaubaren Hinweise gab. Das war echt nicht schlecht. Man sollte mal eine kulturanthropologische Forschung über diese Spiele machen.



DIE DREI FRAGEZEICHEN UND DAS GEHEIMNIS DER GEISTERINSEL

[THE THREE INVESTIGATORS AND THE SECRET OF SKELETON ISLAND]



Dies ist also der letzte Trailer bevor es im November ernst wird. Einige Personen, die ihr undifferenziert dargestelltes Lob hier irgendwo verewigt haben, haben den Film in wahrscheinlich unfertiger Fassung bereits in München zu Gesicht bekommen. Ebenso wie Pet....ääähh Jens Wawrceck und Oliver Rohrbeck, die sich zum Film (auch nur positiv) in diesen Interviews auf G-Wie-Gorilla geäußert haben, eine Seite, die man übrigens nur weiter empfehlen kann. Da trifft guter Geschmack (Nick Frost und Co) auf gute Schreibe (die eher gesprächsartig verlaufenden Interviews sind nicht schlecht. Auch bei den Kritiken zeigt sich der erfrischend persönliche Blogger-Stil), Passion, Kompetenz ( "Gibt es denn auch negative Konsequenzen? Ich denke da gerade an dieses Brian Blessed-Phänomen? " -auch wenn es manchmal etwas übertrieben wird.) und innovative Aufmacher (monkeys!).
Eine Seite zu finden, die auf deutsch ohne falschen Elitismus (Besonders zu empfehlen ist auf artechock neuerdings das BESTIARIM DES KINOGÄNGERS) oder Firmenaura auf hellblauem Grund über Unterhaltung informiert und diskutiert, ist in etwa so wahrscheinlich wie einen Film zu besuchen, bei dem alle Menschen bis nach dem Abspann sitzen bleiben.

Aber zurück zum Thema:
Was sagt uns dieser Trailer und wie stehen die Chancen auf ein paar schöne Minuten im Kino?

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SCHNEEFALLWAHRSCHEINLICHKEIT **
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Woher soll ich das bitte wissen?
Der Trailer ist nicht der Hammer. Aber was sagt das schon aus?
Es ist klar, dass es zu den Hauptanliegen der Marketingverantwortlichen gehört ein deja vu Erlebnis zu produzieren, das die dummen kleinen im Schnitt 20 jährigen Kinobesucher nicht verschreckt. Zumindest ist das noch die beste Entschuldigung für dieses unansprechende Werk und missratene Beispiel der Trailerkunst. Nichts Besonderes. Nichts Bewegendes. In ein paar Szenen erkenne ich wieder, was ich als die essentiellen Grundmerkmale der drei Detektive bezeichnen würde. Dazu gehört unter anderem eine gewisse Art von Verschrobenheit. Ansonsten bin ich sehr verwirrt, was die Identifikationen der Detektive angeht. Die Frage nach Jupiter's Körperfett ist keinesfalls die Frage eines nostalgistischen Mitdreißigers. Sie ist berechtigt. So erbärmlich es klingen mag: Jupiters Übergewicht macht etwa 80% der Charakterbeschreibungen dieses Serienkonzepts aus. Und die verhältnismäßig interessanten Charaktere in interessanter Umgebung waren es, die ??? von anderen Buchstaben, Satzzeichen und Freundeskreisen mit Zahlen im Titel abgehoben haben.






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* Sydney Pollack in EMPIRE Mai 2005: "Sure, sure, sometimes you get why it went wrong and sometimes you don't. I mean, I get it with Random Hearts; I don't get it with Havana. I can look at Random Hearts and see the grimness and the one-note that I kept Harrison Ford in for so long. (...) Going back doesn't do much good becuse I would make the same mistakes again. I hate to confess it but I probably would. I don't know if there's a common ground between Random Hearts, Havana and, let's say, Bobby Deerfield, which didn't do so well. Is there something that those three pictures have in common, a blind spot that I have? There is a link between Hearts and Deerfield, a dullness. It's Pacino playing against type, Pacino who is a fiery, intense man playing a boring guy. It's Harrison Ford who we love to see doing action playing this obsessive guy trying to find out how his wife ended up having an affair."

Thursday, June 21, 2007

Geschenke

Wahrscheinlich habe ich das schonmal erwähnt. Es gibt in der anthropologisch-soziologischen Interneterforschung so eine Idee, dass virtuelle Gemeinschaften hauptsächlich auf der Basis des Schenkens existieren. In meinem Verständnis und meiner Erlebniswelt handelt es sich bei diesen Geschenken hauptsächlich um Links zu Artikeln, Bildern, Videos, interessanten Neuigkeiten. Und in der Tat lässt der tägliche kostenlose Zugriff auf herzergreifendes total abgefahrenes frisches Material Weihnachten (in seiner Bedeutung für den konsumgeilen Durchsschnittsbürger) alt aussehen.
Vor allem in den vergangenen sieben Tagen gab es einen Haufen Geschenke.



Inmitten dieses mit entzückenden Wortspielen gefüllten Threads auf chud.com verbirgt sich ein Link zu einer etwas größeren downloadbaren Version der bewegten Bilder, die vor zwei Nächten in einer der Werbepausen der AFI 100 years...100 movies Veranstaltung gesendet wurden.

Der Ausdruck Final Cut hat etwas schön Beruhigendes. Die Frage, die sich bei den ständigen kosmetischen Eingriffen von E.T. und Star Wars, aber auch APOCALYPSE NOW in den letzten Jahren stellte, war die nach einer bestimmten zeitlich künsterischen Authentizität. Manche kritisierten die Special Effects Überholungen von Lucas für ihren Filmgeschichtesrevisionismus. Schließlich hätten die imperfekten Effekte der 70er und 80er auch eine Berechtigung und es ginge bei deren Erhalt bzw. Auslöschung durch Special Editions um das Auslöschen eines Kapitels des Filmemachens.
Die Probleme des, bzw. der Blade Runner Cuts liegen da sicherlich weiter und tiefer zerstreut.
Verwirrend war für mich bis jetzt nur, dass Ridley Scott tatsächlich Joanna Cassidy (Zhora) zu einigen reshoots bestellte. Das einzige in diesem Trailer erkennbare neue Bild, ist das der nackten maskierten tanzenden Mädchen.
Ansonsten ist er einfach nur gut gemacht. Er lässt den Film besser aussehen als er ist. In einer perfekten Welt ist das die Aufgabe eines Trailers. Und die Musik von Clint Mansell....einfach traumhaft.
Der Herbst kann kommen....

Tuesday, June 19, 2007

Aaaaaaaaahhhhhhhh.....Paul Thomas Anderson

Magnolia ist einer der Filme, die mich am stärksten beeinflusst haben. Die Energie dieses Films, die gleichermaßen von interessanten Charakteren, der erleuchtenden Geschichte und einer wunderbaren Kamera-Ästhetik ausgeht, haut mich bis heute um.

Als ich dann Punchdrunk Love zum ersten Mal sah ahnte ich, dass PTA wohl das ist, was man früher Genie genannt hat.

Nun ist der Trailer für PTAs nächsten Film THERE WILL BE BLOOD, den ich vor geraumer Zeit schonmal genauer beleuchtet habe, endlich da und steht in praktischer Youtube-Verschlüsselung zu endloser Vervielfältigung bereit. Bitte:






Ich finde, dass es bei PTA oft um die Scheiße im Leben geht.
[Und es ist kein Geheimnis, dass es zu den wichtigen Dingen der Kunst und des Kinos gehört die Schönheit der Scheiße (metaphorisch...das muss man in diesem Zusammenhang dazu sagen) darzustellen. ]
Und zwar nicht nur die grobe Scheiße. Nicht nur das Sterben und Leiden. Sondern auch die kleinen Dinge, die schief gehen. Die kleinen Sachen, die nie funktionieren oder zu denen wir nicht fähig sind. [Die perfekte Verkörperung dieser Inkompetenz findet sich sowohl in Barry Egan als auch bei Quiz Kid Donnie Smith und allen anderen so schön disfunktionalen Charakteren in Andersons Filmen.] Deswegen ging mir auch das Herz auf, als dieses wohl zur Ölbeförderung gebaute Holzgerüst, was man im Trailer sieht, zusammenstürzt. Einfach herrlich.

Ich sah den Trailer als ich am Sonntag von einem aufschlussreichen aber auch schwer Abschied zu nehmenden Seminar voller wunderbarer Augenblicke zurückkam. Unter anderem plagte mich die Frage, warum ich es nicht geschafft hatte mit einer ehemaligen Freundin über die Krankheit ihrer Mutter zu sprechen und zu fragen wie es ihr damit ginge. Vielleicht waren die ziemlich schönen Stunden, die wir am Wochenende miteinander verbrachten keine allzu schlechte Alternative zu einem guten Gespräch über, das was in diesem Moment wohl das größten Platz in ihr einnahm. Aber irgendwie war es nicht richtig.

Als ich dann zuhause angekommen aus der Dusche stieg rief die beste Freundin an, die meine Mutter wohl hat und zu der eigentlich jeder aus unserer Familie eine besondere Beziehung hat. Sie hat Brustkrebs. Ich weiß, dass diese Situation trotz ihrer extremen, sie persönlich betreffenden Dimension, nicht vollkommen neu für sie ist. Und ich glaube auch, dass sie in ihrem Glauben Trost, Rückhalt und Hoffnung findet. Aber das ändert eben nichts an der Tatsache, dass sie verdammt krank ist und es ihr einfach scheiße geht.

Das Gespräch mit ihr war jedoch auch, neben der Realität ihrer Krankheit, gefüllt mit Zuversicht und Hoffnung und dem Blick auf das Schöne. Liebe Menschen, die sich gut um sie kümmern. Wir unterhielten uns auch über mein Seminar.

Heute telefonierte ich mit einem Verwandten meines Vaters dessen Sohn vor einigen Wochen an einem Gehirntumor starb. Ich habe seinen Sohn selbst nie getroffen. Aber irgendwie klingen die meisten aufrichtigen Erzählungen von ihm, nach einem total prallen Leben. Das spendet auch Trost. Aber den Vater beschäftigt der Tod des Sohnes noch immer immens. Besser gesagt beschäftigt ihn die Tatsache, dass er, wie er selber sagt noch nicht "darüber hinweg" sei.

Auf dem Wochenende kam kurz ein Vorfall zur Sprache, der meine ehemalige Schule die vergangenen Monate über stark beschäftigt hat. Ein Mädchen aus der achten Klasse erhängte sich.

Vor einer Woche las ich von dem Tod Daniel Robert Epsteins*. Erst vor kurzem habe ich angefangen seine phänomenalen Interviews mit Künstlern aus den verschiedensten Tätigkeitsfeldern zu entdecken. Er war 31 und wurde morgens von seiner Frau tot aufgefunden. Als ich mich auf seinem Profil von suicidegirls, eine der Seite für die er schrieb, umschaute sah ich den Eintrag vom 12. Juni um 3.33 Uhr: "i'm so sick it's not even funny.". So kann also der Tod in Zeiten des Internets aussehen. Irgendwie wirkte es hinausgezögert. So wie seine Interviews weiter existieren und inspirieren werden, war dieser Eintrag eines Toten, wie eine Art Fußabdruck im Sand, den das Meer nicht wegspülen kann. Es schien etwas Untotes zu sein. Etwas zwischen dem Dies- und Jenseits.

Ich beschäftige mich eigentlich garnicht so selten mit dem Tod. Ich habe gelernt ihn aus einer christlichen Perspektive zu betrachten. Aber manchmal vergesse ich all das. Da stehe ich nur vor diesem Nichts. Wie kann das sein, dass ich eines Tages nicht mehr, denke, atme, rieche, schmecke, erlebe, träume?

Irgendwie kamen in den letzten Tagen viele dieser Nachrichten zusammen, die um den Tod und um Hoffnungslosigkeit zu kreisen scheinen. Aber irgendwie geben diese Alltagsnotizen auch einen Blick frei, auf das, was unser Leben eben mitbestimmt. Leid. Und die Erinnerung daran, dass es , vielleicht schon Morgen, einfach vorbei sein wird.
In nächster Zeit werde ich mal eine Filme auflisten (hier auf dem Blog natürlich), die sich auf besondere Art und Weise mit dem Tod auseinandersetzen. Irgendwie reizt mich das schon länger.
Denn letztenendes hilft uns zwar nichts und niemand wenn wir in einer Lage sind, in der der Tod (bei Verwandten, Freunden, geschätzten Menschen oder uns selbst) zu nah zu sein scheint, aber irgendwie tut es gut mit Filmen und Geschichten seine Einsicht auf das, was Tod ist, dessen Bedeutung bewusst zu schärfen und zu erweitern.

Irgendwie tut es gut.
Und so tat auch irgendwie der Trailer zu THERE WILL BE BLOOD einfach nur gut.
Eigentlich nur ein Trailer. Allerdings einer, der sich aus dem Sumpf der totalen Trailerkacke, die in letzter Zeit von Marketingabteilungen so rausgehauen wird, deutlich abhebt.

Das hat mich auch wieder an den herzzerreißenden zweiten Teil des Magnolia-Trailers erinnert. Auch so ein Film über Leben und Tod...






*Hier gibt es einen der vielen zahlreichen Nachrufe, die der Spur, die D. R. Epstein mit seiner inspirierenden Arbeit durch das Internet gezogen hat, folgen. Am besten man fängt auf SuicideGirls an um das, was DRE irgendwie jedem Menschen zurückgelassen hat, kennen zu lernen.


Monday, June 18, 2007

ERSTER SCHNEE AM 25.5.1977

Der Film um den es hier geht heißt 5-25-77.





Es ist ein Auto-Biopic des Regisseurs Patrick Read Johnson.

Selbst strengste Trenner von E und U dürften sich inzwischen unfreiwillig über die Bedeutung dieses Datums (Ja, der Titel stellt ein Datum dar.) bewusst geworden sein. Sogar in der FAZ erschien Ende Mai ein sehr harmloser Korrespondentenbericht über Celebration IV, das Star Wars Fan-Treffen überhaupt, welches in diesem Jahr zum 25. Jahrestag der ersten Veröffentlichung von Star Wars 1977 in L.A. stattfand.
Dieser Bericht war um Einiges unkritischer bezüglich der zahllosen im Darth Vader Kostüm erscheinenden Mitdreißiger und anderen nostalgischen Identitätsentwürfen, denen man bei solchen Treffen begegnet, als alles, was ich zu diesem Thema auf Webseiten gelesen habe, die im MAi '77 eigentlich eine Art Grundsteinlegung erfahren haben. Internetseiten, die im Grunde genommen ein Teil des Star Warsschen Erbes darstellen.

Auf Chud, Aicn, Joblo und anderen Websites, auf denen es von Filmgeeks unterschiedlichster Ausprägungen nur so wimmelt weiß man (mindestens ein Teil der Besucher) doch meistens um die Fragwürdigkeit einer
Dauerkostümierung und Heirat im Darth Vader-Kostüm. Ob der Grund für eher abwertend kritische Beschreibungen solcher Fälle von Nostalgie als Lebenseinstellung, wie sie vor allem auf Chud oft zu finden sind, insbesondere in der durchaus nötigen Abgrenzung der von Star Wars inspirierten aber dennoch in der realen konstruierten Welt angekommenen Filmliebhaber von Jungfrauen im Stormtrooperkostüm liegt? Fest steht, dass zwischen diesen beiden Welten (anthropologisch gesehen sind es wahrscheinlich nicht nur zwei Welten sondern ein ganzes Universum voller Sonnensystemen) ein oder mehrere Unterschiede bestehen.

Der Unterschied zwischen obsessiven Geistern, die sich im Kostüm einer Prinzessin aus weit entfernten Sternensystemen trauen lassen und Menschen, die trotz ihrer Begeisterung für Star Wars auch wieder den Weg hinaus in die verwirrende, unruhige Realität gefunden haben, und zwar basierend auf ihrer Leidenschaft für diesen Film, existiert also. Und er zeigt sich irgendwie auch in unterschiedlichen Produktionen wie FANBOYS (REVENGE OF THE NERDS) und 5-25-77.



Bei diesen Projekten liegt die Vermutung (beide Filme habe ich noch nicht gesehen, hierbei handelt es sich also um eine vollkommen sinnlose pseudo-gesellschaftlich relevante-Untersuchung [mit falsch zusammengesetzten Quasi-Substantiven]) nahe , dass es sich um Filme mit sehr unterschiedlichen qualitativen Ambitionen handelt.
Bei Fanboys scheint es einzig und allein um Obsession zu gehen, die an die Grenze der Legalität führen kann. Ah ja, nicht zu vergessen die Kameradschaft unter den Fans, die Ihrem Freund ermöglichen wollen THE PHANTOM MENACE zu sehen, bevor er an Krebs sterben muss. Sehr solidarisch (Freunde!). Sehr sentimental (Religion: Popkultur der Kindheit). Sehr manipulativ (Krebspatient!). Viel wichtiger als die eh schon bloß auf Staffage bedachten dramatischen Alibi-Ingredienzien Krankheit, Mission, Kameradschaft, sind die 1 Mio. Star Wars Referenzen und Witze. Schön, wenn man darauf Lust hat. Nicht so schön, wenn man sich auf einen rundum zufriedenstellenden Film freut, der sich kreativ der Mittel des Erzählkinos bedient.
Wenn wir Glück haben gibt es ihn jedoch bald für uns. Den Film, der beleuchtet, was jeder, der Filme und den Herstellungsprozess leidenschaftlich liebt, schon einmal gefühlt haben muss. Und andere Wahrheiten.

It is the true story about one of the first people to ever see Star Wars (in its unfinished form) and what that experience did to his movie loving life. And ultimately it is a challenge, the gauntlet being thrown down for a young filmmaker, forcing him to decide between his beckoning dream and the comfort and love to be found in his small town. For Patrick Read Johnson, 5-25-77 is a date looming on the horizon on which he knows he'll be forced to choose between his home and his dream. And that is exactly why this film works.
(Massawyrm über besagten Film)

In dem Konzept von 5-25-77 scheint es um mehr als fade Sentimentalität zu gehen. Sondern um Gefühle, die den Mensch lebendig machen und von denen unsere Existenz abhängt.
Bei FANBOYS scheint nichts von der Magie des Augenblicks enthalten zu sein, die existiert, wenn man vom Unterhaltenen zum Unterhalter wird. Ich glaube man nennt es Inspiration...
When I saw Star Wars, I wanted to be a Jedi, fly an X-Wing, swing a lightsabre. But when he saw Star Wars, he wanted to MAKE people fly X-Wings. More impressive, he kept at it, making a career in the world's most competetive industry.
(Augustus Gloop über besagten Film)

Da steckt etwas Wahres hinter diesem Traum. Manche von uns spürten es als sie ihren ersten großen Film gesehen haben. Diesen Film, nach dem nichts so war wie zuvor. Und es kommt immer wieder. Diese Unruhe in der Magengegend, eine leise Stimme in meinem Kopf, die sagt: Ich will auch so was machen.
Es war der Film, der mich in die Kunst des Kinos einführte, Indiana Jones....., bei dem ich mir das erste Mal die Frage nach dem Urheber solcher Wunder, wie sie sich vor mir auftaten, stellte. Und es war das erste Mal, als sich der Wunsch festsetzte Menschen mit bewegten Bildern und Geschichten zu unterhalten.
Das Gefühl auch Menschen zum Fliegen bringen zu wollen.
Auch jetzt noch bekomme dieses Gefühl jedes Mal wenn ich etwas ansehe, dass von unschätzbarer durchdachten Kreativität ist. Egal ob das eine gute Folge von Lost, Battlestar Galactica, bei 2001, Indiana Jones oder einem Film von Godard ist. Es geschieht durch unterschiedliche Mittel und Wege aber verursacht dasselbe Gefühl.

Wenn 5-25-77 diese Situation und einige andere mehr (wahrscheinlich: Einsamkeit, Außenseitertum* und so weiter) ernsthaft thematisiert freue ich mich darauf, den Film in mindestens zwei Jahren beim Saturn in irgendeiner Ecke liegen zu sehen. Das Größte wäre natürlich, wenn sich, bevor ein schrecklich unwürdiges DVD Cover für 5-25-77 entwickelt wird, ein Kinoverleiher finden würde.
Nebenbei bemerkt sollte dieser Film doch auch eine wichtige Entdeckung für Institutionen wie das Deutsche Filmmuseum bzw. Filminstitut sein. Wie wäre es mit einer Vorführung dieses Films zusammen mit Streifen wie Cinema Paradiso und Raider Of The Lost Ark: The Adaptation im Rahmen einer Ausstellung über Film und Inspiration.

Das Wahre des Traums, den wohl auch P.R. Johnson hatte, besteht darin, dass die Möglichkeit besteht nach ihm strebend das eigene Leben zu verändern, sich zu entwickeln. Dies ist der Gegensatz zur unendlichen Rekursivität, die in fanatischen Fetischgeschichten wie FANBOYS erzählt zu werden scheint.
Patrick Read Johnsons Reise nach Hollywood bracht ihm -falls Ihr es nicht selbst auf der imdb nachlesen möchtet- unter anderem Storycredit für Spaced Invaders, Angus, Dragonheart und dem zur Zeit in Babelsberg filmendem Speed Racer der Wachowski Geschwister ein. Bei Angus und Spaced Invaders führte Johnson auch selbst Regie. Ich hab keinen dieser Filme gesehen. Ein Imdb Poster erwähnt interessanterweise jedoch auch eine Beteiligung Johnson's an der isländischen Kinderserie LazyTown.

Einen echten Trailer mit tatsächlichen Filmausschnitten gibt es jetzt auch:




Irgendwie gibt das den Anlass auf mehr zu hoffen als nostalgisch rückgewandte Jungenphantasien à la FANBOYS...
In der Reihe der Ausschnitte aus AICN Kritiken und Kommentaren, hier noch ein interessante Stellungsnahme von Quint, dessen Kritik wohl am meisten auf einige Schwächen des Rough Cuts hinwies. Klickt, wie auch bei den anderen Zitaten auf den Text um zum Originalartikel auf AICN zu gelangen:

Pacing and editing issues on this very rough cut aside, I can also see the good movie underneath. Like I said above, this movie has a whole lot of heart and it comes from a genuine place. It’s as much a coming of age story as it is a geek’s nostalgia piece. 2001 gets a lot of time, PLANET OF THE APES gets some love, SILENT RUNNING gets a lot of love. And, of course, STAR WARS.
(Quint über besagten Film)


*Ist übrigens auch nicht mehr das, was es einmal war. Neben den geächteten einsamen Existenzen gibt es jetzt den total hippen unhippen Geek oder Nerd. Die Stelle in O.C., in der Summer beim Durchblättern eines alten Jahrbuchs auf die zahlreichenBilder der Clubs trifft, in denen Seth Coen das einzige Mitglied war ("Ich wusste garnicht, dass es einen Club zur Erhaltung alter Filme gibt. ") war durchaus traurig. Aber irgendwie war Seth trotz seiner gut bekannten nerviger ADHS Art eine dieser zu coolen postmodernen Inkarnationen des "quasi-Außenseiters".

Friday, June 08, 2007

I'M MAD AS HELL AND I'M NOT GOING TO TAKE IT ANYMORE!!&%<*°"+#§


Endlose Sinnentleerung beim WDR.



Eine Nachricht an die Moderatoren des WDR, die über den evangelischen Kirchentag berichten:





SHUT THE FUCK UP!
















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Saturday, May 19, 2007

Gestern*

Eigentlich müsste ich in genau diesem Moment ein Referat vorbereiten. Der zu referierende Text liegt vor mir. Genauer gesagt zwischen mir und dem Laptop auf dessen Tastatur ich gerade diese Wörter eingebe.
Inzwischen habe ich mir den neuesten und letzten Lost-Podcast angehört. Das pseudo- Schulpausen-Geplänkel von Lindelof und Cuse wirkt unter normalen Umständen eigentlich recht inspirierend.

Nach etwa fünf Minuten Pause für Referatsnotizen inspirierten sie mich allerdings eher zu der Annahme, dass der vor mir liegende Text voller selbstbezogener
"Was diese "berufliche Indienstnahme" privater Lebenszusammenhänge für die geschlechtsspezifische Gestaltung von "work and life arrangements" im Hinblick auf Lebensplanung und Lebenslauf der Kulturberufler bedeutet, bedarf näherer Untersuchung aus der Perspetive der Betroffenen"-Aussagen nicht die Priorität hat, wie etwa ein spontaner Vergleich der Webrepräsentation von USC - School of Cinema Arts und der HFF Potsdam. [ Fazit: Zwischen einem blau getöntem Foto des Straßenschilds der Marlene Dietrich Allee und dem überaus eleganten Schriftzug der kalifornischen Version liegen Welten, die man eigentlich in Ruhe lassen sollte. Aber warum? Warum sehen die Webseiten deutscher Filmakademien aus wie die Webrepräsentationen einer Fahnenfabrik und die amerikanischen wie die Internetseiten einer Filmschule?]

Aber zurück zu dem, was in diesem Augenblick sowieso in meinem Kopf bearbeitet werden sollte:
Wenn keine zwei Sätze eines Aufsatzes ohne das Auftauchen von Phrasen, wie
"geringe Verbreitung geschlechtsspezifisch strukturierter Arrangements von "Arbeit und Leben" und "Anhaltspunkte für ein degendering von Erwerbsarbeit", die traditionell "weiblichen" Semi-Professionen" auskommen wird Unmut doch wohl gerechtfertigt sein! Zumal die Veranstaltung, in der ich dieses Referat morgen -hoffentlich- halten werde ausschließlich aus Frauen besteht. Frauen, die Anfang zwanzig und einigermaßen intelligent sind, sich allerdings vor keinem Klischee scheuen, das sie viele Dienstag Abende lang vor Sex and the City einstudiert haben.

Heute ist der 22. Mai. Das heißt nicht nur, dass ich in einem Jahr die Früchte dieses Textes und einer anschließenden Studie zu Papier gebracht haben muss und dem Forschungsthema selbst, Prekarisierung, einen erheblichen Schritt näher gekommen bin. (Wenn der Inhalt dieses Papiers nicht so gut wird dürfte das Prekariat nicht mehr zu verfehlen sein.)

In ziemlich genau einem Jahr werde ich hoffentlich in einem großen dunklen Saal sitzen und gespannt aber mit einem unbeschreibbaren Lächeln auf den Lippen und der Außenhaut meiner Seele warten, dass der Projektor die große Leinwand und meine Augen mit einem kurzen Aufleuchten in den Himmel des Abenteuers befördern wird. Hoffentlich wird dies auf elegantere Weise geschehen als dieser Satz es tat.

Und so langsam wird es ernst an der Front des unauthorisierten Internetinformationsflusses.

Irgendwie schien es am Montag als würde jemand plötzlich beginnen über das Internet die neueste Version des Koepp-Drafts vorzulesen. Zumal die ersten Planungen für die Ende-Juni Festivitäten in New Haven anlässlich der bevorstehenden Verfolgungsjagd bereits einige Tage zuvor begonnen hatten.
Ich hoffe inständig, dass ich ausnahmsweise genügend Disziplin an den Tag legen werde um den Spoilernachrichten zu dem, was man hoffentlich bis Thanksgiving immernoch nur "Indiana Jones IV" nennen kann, zu widerstehen. Es wäre einfach zu blöd. Zu blöd ist diese ganze Spoilergeschichte eh schon.
Warum hat man Interesse daran, sich den Spaß der Überraschung zu nehmen? Warum liest man sich eine Woche vor dem Lost-Staffelfinale alle Wendungen und Überraschungen des Plots durch?

In dem Fall des "Belloque"-Leaks hat Devin Faraci freundlicherweise einige Plotdetails einstudiert haben.
nicht verraten. Ein seltenes aber gutes Beispiel für den Umgang mit Wissen, was für niemanden gut ist. In einem Jahr überrascht zu werden. Das wäre doch was.
Dennoch trügt der Schein diesen Film beinahe jungfräulich erleben zu können. Es ist eine Tatsache, dass ich seit etlichen Jahren auf die Entstehung dieses Films gewartet habe. All die Erwartungen dieser Zeit. Alle die Träume, in denen sich dieser Film schon breit gemacht hat. All die Relativierungen, die nötig sind. All das ist schweres Gepäck für einen idealerweise unbelasteten Kinobesuch.

Zum Glück gibt es auch andere bewegte Bilder auf die man sich freuen kann ohne gleich so viel Emotionen auf die hohe Kante zu setzen. Eine ganze Menge davon werden gerade in Cannes gezeigt (der neue Akin, der neue Coen, der neue Tarantino, der neue Schnabel -Kamera: Janusz Kaminski) und gerade heute wurde bekannt, dass der neue PTA auch nach Venedig kommen wird. Das ist alles schön und gut. Allerdings kommen durch die zyklische Wiederkehr der Festivals auch negative Erinnerungen auf: Journalisten, die in Berichten, auf die man sich gefreut hatte, über die vielen (schlechten) Filme jammern. Eigentlich ist so ein Festival ja sehr magisch und etwas besonderes. Andererseits ist es das schlimmste, anstrengenste Erlebnis auf Erden. Ach ja und dann war da noch diese THE FOUNTAIN Kritik im letzten Jahr aus Venedig. Ein Trauerspiel des Unverständnisses. Leider schien a) der Kritiker so eine Art Aushilfe zu sein und war b) dies die einzige Kritik, die jeweils in der FAZ für THE FOUNTAIN erscheinen sollte.**

Unter solchen Umständen kann man sich nur immer wieder über das Internet freuen.
Und über die Tatsache, dass es noch Menschen gibt die sichtbar gerne, mit unmittelbarer Euphorie über einen neuen Film schreiben können. Danke.




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*Vor sieben Tagen.

**Das Problem: Vor ungefähr einem Jahr verschwand Dietmar Dath. Wahrscheinlich ging er auf Lese- oder Promotionsreise mit seinem neuen geek-Buch. Apropos. Im April 2006 habe ich mir versehentlich eine SPEX-Ausgabe gekauft. Die darin enthaltenen Sätze waren schlimmer und unverständlicher als meine eigenen. Es war als ob jemand versuchen würde sein gesamtes Wissen in einen 200 Zeichen Artikel zu zwängen. Als ich dann erfuhr, dass Dath irgendwann einmal irgendetwas mit dieser Publikation zu tun hatte ging mir sofort ein Licht auf. Ich sah klar. Nun warte ich auf seine Rückkehr.
Als ich noch klein war fiel er mir bei meiner Feuilletonlektüre immer auf weil in seinen Artikeln unglaublich häufig der Name Steven Spielberg erwähnt wurde. Einfach so. Ohne besonderen Grund. Steven Spielberg. Das machte mich neugierig und ich sah in ihm einen Verbündeten und Feind zugleich. Ich war noch jung.





Tuesday, April 10, 2007

SCHNEE DER ZUKUNFT

Die Titel zu Deiner Rechten verdienen wohl ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund gibt es nun diese etwas ausführlichere meterologische Reihe. Denn bei aller Aprilhitze ist der erste Schnee doch unausweichlich. Auch wenn er aus durch die Luft fliegenden Kirschblüten besteht.








+ FIRST SNOW




Ganz ehrlich: Ich wusste bis vor einigen Wochen nichts, garnichts von diesem Film und seinem Namen. Die Umbenennung dieses Blogs geht auf eine Februarnacht zurück, in der mir, als ich mein Zimmer betrat, beim Anblick der zugeschneiten Außenwelt die Augen übergangen.
Ich gebe allerdings zu, dass Clint Mansells Scorestück FIRST SNOW für THE FOUNTAIN durchaus auch eine Inspiration war. Nicht zuletzt sind der Gedanke des ersten Schnees und dessen sehr wohl als Allegorie und Metapher dienenden Assoziationen ja auch ebenso Grunbeschreibungen des Lebens wie die Sehnsucht nach Kind-, Sicher-, Geborgenheit und Unschuld des mit Peter Pan konnotierte Neverland-Begriffs.

So hat sich der Film von Mark Fergus, dessen Beteiligung am Drehbuch von Children Of Men ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit verdient diesen starken Ausdruck auf die Fahnen geschrieben.

Allerdings geht es hier, nach Quints (Eric Vespe) Beschreibung wohl um noch andere Einflüsse und schicksalhafte Bedeutungen ersten Schnees:

It's a weird little tale about a yuppie businessman (Pearce) whose car breaks down in the desert. As he's waiting for it to be fixed he finds a guy working out of his trailer as a palm reader. J.K. Simmons (J. Jonah Jameson from the SPIDEY flicks) plays this desert rat psychic, who is clearly the real deal.

Simmons begins his reading, predicting financial success in the near future... the usual stuff. But then he starts freaking out and drops Pearce's hand, asking him to leave. Pearce thinks it's all part of the act and demands more for his money, finally prying the drive of the movie out of the fortune teller. Pearce is going to die. Soon. But his vision isn't more specific than that... just that Pearce dies in the snow. So as long as it isn't snowing, he's safe.


Auf CHUD gibt es zudem ein schönes Interview mit William Fichtner

... und Mark Fergus.

Auch ein schönes Interview, in dem noch ein wenig über Iron Man geredet wird gibt es auf AICN. (Ich weiß. Meine Links sind durchaus vorhersehbar.)


Für Deutschland ist anscheinend noch kein Verleiher gefunden worden. Vielleicht sieht man den Film auf einigen Festivals im Sommer, vielleicht jedoch auch erst auf DVD.... aber ...vielleicht müssen wir uns auch einfach ein wenig gedulden.
Allerdings handelt es sich um Mark Fergus und nicht Robert Altmann, dessen letzter Film A PRAIRIE HOME COMPANION nun nachdem er vor mehr als einem Jahr auf der Berlinale gelaufen ist, am Donnerstag endlich in deutsche Kinos kommt....











+A PRAIRIE HOME COMPANION /The Last Radio Show



Jeden Sonntag kann man im Rhein Main Gebiet von 12 bis 14 Uhr auf der AM Frequenz 873 Garrison Keillors A Prairie Home Companion anhören. Das ist vor allem dann ganz schön, wenn man beim Spülen/Abtrocknen etwas unterhalten werden möchte. Irgendwie habe ich nie verstanden ob diese Show wirklich beendet wurde oder ob dies nur der fiktionale Kniff des Films ist.
Es ist wohl ein Film über die letzten Dinge. Neben Meryl Streep, Lily Tomlin (die wir ja inzwischen gut zu kennen glauben) sind ebenso Virginia Madsen, Woody Harrelson, John C. Reilly, wie Kevin Kline und Tommy Lee Jones im Cast vertreten.
Ich kann es kaum noch erwarten den Film endlich im Original mit einem lieben Publikum (mehr als drei Personen) zu sehen.








Drew Mc Weeny hat eine schöne Nachruf Kritik geschrieben. Aber die deutschen Tageszeitungen sind ja schon seit einigen Wochen voll mit Besprechungen dieses Films.

Was mich ganz zu Beginn, als der Film gerade anfing zu gedreht zu werden, auf ihn aufmerksam gemacht hatte, war nicht nur das Thema der lustigen und schönen Radioshow sondern ebenfalls Paul Thomas Andersons mysteriöse Partizipation an diesem Projekt. Aus versicherungstechnischen Gründen war es nämlich dem alten Altmann nicht gestattet bei diesem Film alleine Regie zu führen. So saß PTA, wie ich das verstanden habe einfach mal mit am Set:














+THERE WILL BE BLOOD


THERE WILL BE BLOOD basiert auf dem Roman Oil! von Upton Sinclair und zeigt vielleicht auch wie viel PTA in der unerträglich langen Zeit seit Punchdrunk Love und am Set von A Prairie Home Companion gelernt hat.

Mehr als PTA selbst bei seinem kleinen Besuch bei Henry Rollins berichtete weiß ich auch nicht über dieses Projekt. Einmal abgesehen von dem unbedeutenden Foto, das vor einiger Zeit auf AICN erschien, der Information über Paul Danos Casting und einem Foto von Vince Froio. Daniel Day-Lewis ist der Protagonist des Films und gemeinsam mit Ciarán Hinds der bekannteste beteiligte Schauspieler.


Ich bin begeistert von jedem Film, den P.T. Anderson bis jetzt gemacht hat. Außerdem gehört er zu der Sorte inspirierender Künstler die auch selbst in ihrer charismatischen Ausstrahlung und ihren Ansichten schon viel Interessantes zu bieten haben.
Für mich gehört er zu den originellsten Visionären im internationalen Filmgeschäft.

Dies ist der Film, auf den ich mich in diesem Jahr (falls es denn noch in diesem Jahr zu einer deutschen Veröffentlichung kommen sollte) am meisten freue. Für Andersons Unverwechselbarkeit spricht unter anderem, dass ich kaum einen anderen Regiseur kenne, dessen Filme in der Art und Weise, wie sie ihre Geschichte erzählen so unvorhersehbar sind. Ich weiß einfach null was mich erwartet. Ich hoffe jedoch, dass eine Konstante bleiben wird: Gute Geschichte, die nach PTAs eigener Aussage (auf dem Boogie Nights Audiokommentar) für ihn immer mit den verschiedensten Stimmungen, von süßester ausgelassenster Freude bis hin zu schierer Traurigkeit gefüllt sein müssen gut so. Und noch etwas anderes ist hoffentlich vorhersehbar: Die beinahe unglaublichen intimen Performances, die seine Schauspieler in seinen Filmen vollbringen. Adam Sandler ist hierfür wohl das Paradebeispiel. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass seine Charaktere mit Fehlern und Bedauern nur so übersäht sind, und dass die Schauspieler die Unsicherheit ihrer Charaktere mit zu Tränen rührender Überzeugung vor der Kamera manifestieren.
Alle mikroskopisch kleinen Teile, die wir aus Filmen bereits kennen setzt Anderson neu zusammen um etwas zu kreiren, von dem man denkt, dass man es noch nie gesehen hat.
Ich freue mich darauf.





Saturday, April 07, 2007

WAYNE KRAMER TO MAKE SURE HARRISON FORD'S CAREER WON'T CRASH.





In seinem Nachruf, der zugleich eine Liebeserklärung ist, beschreibt Ronin Graffiti wunderbar, dass es an der Zeit ist die Spirale der Gewalt [DIE HARRISON FORD SEINEN FANS ZUGEMUTET HAT] zu beenden.
Wahrscheinlich ist es jetzt soweit.


+WAS BISHER GESCHAH


Eigentlich hatt ich vor keinen einzigen Artikel zu veröffentlichen bevor ich nicht dieses Biest von Indy IV RIDING INTO THE SUNSET-Kolumne gestartet hätte.
Vor einigen Tagen wurde dieser Vorsatz beinahe vernichtet. Dann nämlich als Scott Frank (Out Of Sight, Minority Report, Saving Private Ryan und wahrscheinlich Vieles mehr, was sowohl seine imdb Seite als auch die End Credits nicht verraten), eigentlich unterwegs um sein Regiedebut THE LOOKOUT mit Joseph Gordon Levitt (siehe vorheriger Artikel) zu promoten anfing über A WALK AMONG THE TOMBSTONES zu sprechen. Alles was der geneigte Internetleser bis dahin wusste war, dass Ford aus diesem Projekt ausgeschieden war, genauso wie er sich -in diesen Fällen allerdings lautlos- von Syriana, Traffic und A History Of Violence entfernt hatte. Niemand wusste wirklich warum. Naja...vielleicht wussten oder ahnten es einige Menschen, die nicht mit meiner Gutgläubigkeit gesegnet sind. Der wahre Grund wurde erst durch Franks Interview deutlich.

In A WALK AMONG THE TOMBSTONES war Ford für die Rolle des zu übermäßigen Alkoholkonsum neigenden Detektivs Matthew Scudder vorgesehen, der von einem Drogendealer aufgefordert wird die Kidnapper seiner Tochter ausfindig zu machen. Frank hatte die Buchvorlage von Lawrence Block adaptiert und Joe Carnahan (Smoking Aces) war für die Regie vorgesehen.

Nun sieht es ganz so aus als ob Harrison Ford zu Beginn des 21. Jahrhunderts in den Haushalten der Welt ein ganz persönliches Nielsen Rating gestartet hatte. So oder so ähnlich muss er wohl festgestellt haben, dass seine "Kunden" kein Interesse an einem alkoholsüchtigen in moralischen Grauzonen handelnden Charakter haben würden.


Da gibt es auf youtube diesen kurzen Ausschnitt von Tom Hanks bei Charlie Rose. Hanks sagt dort, dass seine Macht weniger in dem einhändigen Stemmen von irgendwelchen von ihm favorisierten Projekten läge, dafür aber in der Freiheit Nein zu sagen.
Am Beispiel Harrison Fords lässt sich sehen welche negative Auswirkungen es haben kann, wenn man diese Macht missbraucht und sich entschließt zu allen attraktiven Projekten mit talentierten Drehbuchschreibern und Regisseuren NEIN zu sagen und sich stattdessen mit "wo ein Ventilator ist muss eine Kamera drunter" Ron Sheldon (diese Aussage gehört noch zu den inspiriertesten Teilen seines Audiokommentars), und zahllosen Beschäftigungsmaßnahmen einlässt deren Drehbücher sich in dem Status meiner 1000 unfertigen Artikel befanden.
So kam es dann zu Firewall, Hollywood Homicide und K19 anstatt Traffic, Syriana, A Walk Among The Tombstones und A History Of Violence.

Man kann über die Wahl, die er getroffen hat sicherlich diskutieren. Es gibt für jeden einzelnen seiner vergangenen Filme eine Rechtfertigung. Ebenso war keiner dieser letzten Filme wirklich schlecht, doch überschritt auch keiner das Mittelmaß. Für einen Schauspieler, der an den zwei qualitativ und finanziell erfolgreichsten Kinoserien des ersten Kinojahrhunderts beteiligt war, der das Bild des modernen Kinohelden neu definiert hat und es dabei noch schaffte interessante und bedeutsame einzelne Filmen zu "erzählen" (Ford begreift sich selbst ja als Storyteller) ist das Mittelmaß ein bedeutender Abstieg.

Meinen eigentlichen Kommentar zum Thema A WALK AMONG THE TOMBSTONES habe ich als mrsskywalker (Mir ist schon klar, dass dieser Name nicht besonders kreativ ist.) aus verschiedenen Gründen an einem anderen Ort dieses unendlichen Netzes platziert.


+EINE NEUE HOFFNUNG

Gerade als ich von einem langen strapaziösen Gang durch die kapitalistischen Großmarkthallen des europäischen Finanzzentrums mit einem von indischen Kindern zusammengenähtem Kleidungsstück nach Hause kam erlebte ich das schier unglaubliche.
Ich las die Comingsoon-RSS FEED-Überschrift:

PENN, LIOTTA AND FORD TO CROSS OVER.


Oh.


Die bis jetzt von Variety und Cinemablend mitkonstruierte Realität sieht nach der heutigen LA Times so aus:


"Crossing Over," a film that focuses on the gut-wrenching drama of people caught up in the nation's immigration morass, begins filming on Wednesday in Los Angeles, and judging by the script, it paints a searing portrait of immigration issues in L.A. in much the way "Crash" did with the city's race relations.

With an ensemble cast headlined by Harrison Ford, Sean Penn and Ray Liotta, the Weinstein Co. project is nearly devoid of politics and doesn't only look at the hot-button border crossing issues. Instead, it weaves intersecting story lines, from immigrants gaming the system to obtain their green cards to immigration agents just trying to do their jobs while maintaining their humanity.

The stories include a U.S. Border Patrol agent, played by Penn, who has a fateful encounter with a Mexican woman crossing illegally into the United States; a young Australian actress who will do whatever it takes to obtain a green card — even if it means enduring sexual exploitation by an immigration official; a South African musician who schemes to get permanent resident status; and a devout Muslim girl born in Bangladesh but raised in L.A., who faces deportation after delivering an essay at school that draws the attention of the FBI.

Toss in a murder mystery, a love story and an ending that delivers goose bumps and "Crossing Over," written and directed by Wayne Kramer ("The Cooler," "Running Scared"), could be one of the year's most talked about films. It is tentatively set for fall release.

Kramer said he found it surprising that "so few films deal with immigration in any material form given ... that's it's the cornerstone of this country."

A South African-born naturalized U.S. citizen who has lived in this country 21 years, Kramer said the script is an especially personal one. "I've lived every step of the way in the screenplay. The average American citizen does not understand how hard it is to get status in America."

The director said the immigration issue is much bigger than people crossing the Mexican border illegally. For that reason, his script also examines "how the system works and who are the people caught up in it and forced to do fraudulent things."

The original script came in at nearly 160 pages, but it has been trimmed to the 130-page range.

"It's obviously a timely subject," said Frank Marshall, who is producing the film with Harvey Weinstein. "It's telling personal stories. I think people's knowledge of the immigration problem is very narrow. This tries to broaden it and show the different aspects of it."

Kramer said the 50-day shoot promises to be a tough one because there are close to 90 speaking parts and multiple locations ranging from the streets of Tijuana to Los Angeles, which plays a prominent role in the film.

"We're using the city as a character," he said.

Kramer noted that the sets will employ a color palate to dramatize various situations. Government offices and buildings will incorporate lots of gray and brown tones, he said, while scenes of immigrants and their families will use bright colors. The color gold will be accented in the film to represent how immigrants view America as a land of opportunity.

"When the gold starts to fade," Kramer said, "it's not good for them."

Although the production includes a large cast and competing storylines, much of the action revolves around Ford's character. He plays Max Brogan, a seasoned Immigration Customs Enforcement agent who works out of the Los Angeles Immigration Work-Site Enforcement Unit, conducting surveillance and raids.

One day, after he and other agents storm a downtown dress factory looking for illegals, Brogan comes upon a Mexican woman who pleads with him in Spanish that her 4-year-old son is upstairs with a neighbor lady and there is no one to take care of him if she is arrested. Although he empathizes with the woman, he ignores her pleas — but not without an aching conscience.

"They're human beings, too," Marshall said of the immigration agents. "They have families. They're not just bad guys. We are trying to give a realistic, honest view of this world and the conflicts in it."

One of the more harrowing stories involves the 15-year-old Muslim girl, Taslima, who one day stands before her classmates at school and reads an essay in which she wonders whether people should try to understand the architects behind 9/11 as human beings instead of simply labeling them terrorists, monsters and murderers.

Soon thereafter, the FBI raids her parents' residence and she is taken into custody. Her mother and father are then faced with a heart wrenching dilemma: Since her two younger siblings were born in the U.S., they can remain here, but the foreign-born Taslima faces the prospect of being deported back to a country she never really knew and, perhaps, never being able to return to America.



Wayne Kramers Beteiligung an der ganzen Sache dürfte mich und alle anderen, die den in den Medien angeführten Crash-Vergleiche mit einem unguten Gefühl in der Magengegend begegnen, beruhigen. Bei THE COOLER und RUNNING SCARED hat er für mich bewiesen, dass sich der Einsatz von archaischer Stöhnmusik und zwangsangepasste Szenarien nicht unbedingt in seinem Inszenierungs-Toolkit befinden. Gott sei Dank! Dieser Film sollte gut werden.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Kramer in seiner Geschichte versucht hat auf völlig plumpe und ekelerregende Weise die Leben aller Menschen zu verknüpfen.
Randbemerkung:
Wer THE COOLER oder RUNNING SCARED noch nicht gesehen hat, sollte dies unbeding bald tun.

Die Tatsache, dass neben dem vierten Indiana Jones-Teil für Ford nun ein originelles Projekt ansteht ist enorm wichtig. Seine Beschreibung klingt nach genügend moralischem Zwielicht.
Nur eine Frage: Hat Ford in diesem Film eine Familie? Hat mich nur mal so interessiert.
Das gesamte Projekt hört sich äußerst aufregend und spannend an. Nicht gerade nach this year's Little Miss Sunshine aber dafür vielleicht TRAFFIC oder BABEL (Traffic wäre mir lieber).
Ich denke man kann diesem Projekt getrost mit viel Aufregung entgegen fiebern.

Mir fällt jetzt kein Schlusssatz ein, der diese Story würdig abrunden könnte aber...
vielleicht kann ich als kleine Überleitung zu meinem
sicherlich sehr bald erscheinenden Post über INDY IV an Stephen Jared verweisen, der für theraider.net einen sprachlich soliden Artikel, dessen Inhalt...einfach mal gesagt werden muss... über THE RETURN OF HARRISON FORD verfasst hat.

Vielleicht ist das nun wirklich die Rückkehr des Schauspielers der als der interessanteste Actiondarstellers, authentischer Everyman und unser heroischstes Selbst einen Platz in unseren Herzen erlang, und von dem wir (die Kunden) uns doch schon so lange mehr von Witness, Blade Runner oder Pressumed Innocent wünschen. Wenn es jetzt nicht passiert wäre hätte ich wirklich nur noch auf einen mächtigen Arschtritt des Bergs hoffen können.

Ich würde gerne wissen, wer in dieser Konstellation Marshall (Frank-auch Produzent von Indiana Jones) - Kramer - Ford den Impetus gesetzt und das script an wen weiter gereicht hat. Ja, und mich würde interessieren wie lange dieser Vertrag nun schon unterschrieben war. War das etwa wirklich eine kurzfristige Entscheidung? (Bestimmt nicht.)
Bestehen irgendwelche Verbindungen zu Indy IV? Ich denke kaum, dass das Shooting Schedule von Indy IV bedroht ist. Ich denke das ist nichts weiter als verständliche Paranoia der gebeutelten Indy-Fans. Marshall dürfte zusammen mit dem 50 Tage schedule dafür sorgen. Aber warum wird Fords Beteiligung erst jetzt, drei Tage vor Drehbeginn publik und evtl valid?

Gehaltsscheckdiskussionen wahrscheinlich...genauso wie bei Indy Sr....





Sunday, March 25, 2007

Brendan, Werner, David, Lilly, Neill.


I finally figured out how to embed videos in the blog, after "THEY"'ve made some changes to the script, code or whatever it is that determines the interfaces and options of our holy blogger webpages I don't know jack shit about.
Before I'll drift into the dystopian waters of machine reign, let me just bring you the discoveries of the previous days, that dragged me out of my blog procrastination:

+Brendan

About one week ago I finally got to see BRICK on DVD. I must say, that, normally, I'm all behind the spreading of good films, which means, that I'm happy to see good stuff rented or bought a ticket for on the box office.




In this case, the one lonely copy of BRICK had in fact been rented every single day I had come there to get it. (Opposed to the six damn copies of THE WICKER MAN.)
However, I finally wound up getting BRICK and watching it.
It is a truly remarkable film noir put into high school territory by first time feature director Rian Johnson. Johnson, who in the commentary track in a sympathetic way appears to be about twelve years old is about the same age as Oscar winning director Florian Henkel von Donnersmarck. /By the way: His commentary is really well made and worth the time and money of another rental day.


The film never ceases to loose grip of its suspense and mystery while establishing characters you constantly care and wonder about. Johnson's achievement with the script and the teens' language is an amazing thing of its own. I just love Lucas Haas as Kingpin. Even more than the protagonist Joseph Gordon-Levitt, who sometimes appeared to trying to hard...or at least ...I seemed to notice that somebody was pretending.
No matter, though, if you're interested in an inventive thrilling detective film, a hommage on film noir or an interesting and intriguing time to spend two hours, you should anyway buy and watch this movie.
The most fascinating thing, impact wise, is probably going to be how much people will have their first encounter with pretty pure Noir while watching this film. And they're eventually going to be inspired to check out THE MALTESE FALCON or the ultimate noir source material by Chandler and Hammett just as Johnson himself was inspired by the Coen's Miller's Crossing and an interview, in which they mentioned Hammett as their source of inspiration.

Another favorite performance of mine in BRICK comes from Noah Segan, who plays creepy crazy pure hearted DOPE...

+Werner

In the commentary track Segan mentions how he had always thought that god sounded like Werner Herzog.

Fucking A. My admiration for Segan's work escelated even more the minute he spoke such words of wisdom. I've always connected Herzog's soft yet determined and wise voice with those of some franciscans I know. Maybe it's due to his slight southern german accent, maybe because of the charisma of a man who has travelled the darkest places in this world.
I'm currently reading HERZOG ON HERZOG a wonderful interview book edited by Paul Cronin, which actually serves as a great inspiration for my own current first edeavours into the field of documentary filmmaking. Herzog's deconstruction of cinema verite came like an oasis to my parched cultural anthropologized mined. Finally someone who kicks some anthropologists' asses. Thank you, Werner.

[metanote: Don't get the wrong impression. The negative feelings you seem to get from the words I just used have nothing to do with any dislike for the great talent and ideas behind the wonderful direct cinema or cinema verite. It's just based upon my problems with anthropologists, who don't have the same idea about what it really is they're observing and analysing as me. Well....even that is wrong....sorrry. In fact I'm myself studying cultural anthropology but, to speak in Herzog's words am more interested in the ecstatic than the accountant's truth.
Furthermore it makes more sense to me to make a movie about human beings and their conditions (either documentary or feature film) or to write an article about the same issue than writing papers with selfimportant superficial theories, that are mostly suggesting the production of even more papers and the invention of new and better methods to really cover the RELATIVE problems of the issue.]

One of the things Herzog is mostly known for in the general (well...rather film or cultural interested) public is his on (in MY BEST FRIEND) and off screen collaboration with Klaus Kinski. Kinski's ...issues... are thrilling, confusing and probably most interesting for people interested in special psychological conditions. However...even more interesting seems to be how Herzog was able to handle all this human madness in the midst of the wild south American jungle.




+Lily


There are, however, as many different approaches to directing as there are directors.
I'm a sucker for anyything that happens on film sets. I also like it if two soccer teams start to let go of their civilized habits of oppressing their desire to just beat someone up and start a little fistfight.
Those two things combined result in amazing on screen entertainment. On set actor-director fights. Thank god for youtube. Because I got the dizzy feeling that there's even more footage like that out there.
Herzog and Kinski might finally be pushed from the throne of film set battles captured on video.




Aaaaahhhhh. I love that. My favorite moment is when the PA or whoever else tells the people to leave the set. Probably for their own safety. Just to make sure that David O. Russel won't accidentally smash somebody's face with a prop he's tossing around.

Paul Rudd and Michael Showalter have already been inspired by David O. Russel's wrath ...


+Neill


This is almost as funny and weird as Neill Cumpston's review of GRINDHOUSE, Robert Rodriguez' and Quentin Tarantino's latest combined piece of work. Be sure to hit the link to not miss pull quotes such as:
Then the second movie started. It’s called DEATH PROOF. You know what it isn’t-PROOF? Boner-inducing proof.

This one was directed by Quentin Tarantino, who’s been an actor in stuff like RESERVOIR DOGS and PULP FICTION (he’s also in PLANET OF TERROR and DEATH PROOF). This is his first directing job and the dude KICKS ALL SPECTRUM OF ASS. He kicks ass that isn’t even in the ass area. Like, his director skills are so stripper-with-chainsaw good they make you grow asses on other parts of your body that he then kicks. I hope he directs more movies. I would see them, burn down the theater, and then call the fire department so I could tell all the fireman about what a kick-ass movie it was. When they started to attack me with axes, I’d fly away because Quentin’s movie would have given me ninja flight.


Well...actually the whole review is a pull quote...so ...go read it!




Thursday, March 01, 2007

The Secret Of Bad Marketing

This is actually old news but here's the first german teaser trailer for the adaptation of the Robert Arthur book THE THREE INVESTIGATORS AND THE SECRET OF SKELETON ISLAND. It would be an understatement to call this piece of conventional action trailer generic. This way, though, it fits good to the equally disappointing and dull Poster.



Here comes the teaser for your viewing displeasure:




Here's the thing. If you're trying to make a movie based on a very favored and famous kid (audio) book series you should at least attempt, in your trailers and additional promotional work, to create a familiar feeling. And I don't mean a déjà vu experience of all action adventure oriented clichee trailers you've ever seen. I'm talking about that sense of home you get when you think about Rocky Beach or the three investigators sitting there in their old trailer on the Jones Junkyard behind tons of scrap and those nerdy neat, tricky secret doorways and tunnels.
That should have been the set up. Who cares where the main part of the film is set? And indeed you could have hinted on all the special set up and glory of this very foreign islandish task in the second 15 seconds of the trailer. Wait...this was just the teaser, right? So you think I'm asking too much of a little teaser? Well, actually I'm just making some suggestions. And I'd be deeply satisfied if the actual trailer would deliver any little bit of originality or tension this generic teaser lacks.

Tuesday, February 27, 2007

snubbed & snatched

Ignoriert zu werden ist die wahre Ehre, die einem die Academy Of Motion Picture Arts And Sciences erweisen kann. Dafür standen in der vorgestrigen Nacht nicht nur die Post-Ignorierten Martin Scorsese und Ennio Morricone sondern ebenso alle, die wie diese zuvor an diesem Abend keine oder die falschen Erwähnungen fanden (Allen voran natürlich Children Of Men, The Fountain und viele Andere...)
Die Ignorierten sind eigentlich schon immer die wahren Helden der Oscarnacht.

Neue Dimensionen der Ignoranz haben sich mir allerdings erschlossen als ich gestern durch einen link auf folgendes Video* aufmerksam wurde:




Fakt ist, dass ein Beitrag über die Filmcrewmitglieder, die selbst in den Dankesreden keine Erwähnung finden, eigentlich nie eine schlechte Idee ist. Selbst dann nicht, wenn Harrison Ford einfache Berufsbezeichnungen und schlecht ausgedachte Witze (Hey, that's Jackie Chan!) mit einer überbordenden Doctor-Seuss-Superbowl-Spot Manier abliest: "First AAAAAAAnd Second Cameraman!!!"
Denn die letzte Minute (abzüglich des eigentlich witzigen aber komisch performten "We'll fix it in Post" Schlusswortes) ist einfach schön.

Schön war sicherlich auch Clint Eastwoods Gefühl, als ihm seine Frau, während Martin Scorseses Dankesrede mal kurz in den Schritt fasste (und wahrscheinlich nur ein paar Brösel, Schuppen oder üblichen Hosenbelag entfernen wollte). Dass der Oscar eine zutiefst phallische Angelegenheit ist hat nach Dina Eastwood übrigens auch Florian Henkel von Donnersmarck bemerkt.








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*Das Video stammt ursprünglich von dieser Seite.

Sunday, February 25, 2007

It's not just the Oscar, it's the movies!!

Entweder sind meine Synapsen heutzutage besonders sensibel oder mein Gefühl, dass die Oscars so viel unverdiente übertriebene Aufmerksamkeit bekommen, wie seit Jahren nicht, stimmt.
Vielleicht hat das Ganze auch positive Gründe: Vergangene fünf Monate, die angefüllt waren, mit einer seltenen Pracht an guten, unterhaltsamen und durchdachten Filmen.

Manche Filme waren zu gut und liefen außer Konkurrenz (THE FOUNTAIN), manche schienen wie gemacht zu sein für die Nachfolge eines überbewerteten Großstadt-Episodendramas über Rassismus:

Ein, wie ich finde sehr gut geschriebener und elegant inszenierter globaler Episodenfilm, der viel überzeugender ist als LA CRASH aber dennoch so seine gewöhnungsbedürftigen und artifiziellen Momente hat und in keinem Moment so betroffen macht und vielschichtige Relevanz zeigt wie CHILDREN OF MEN. [BABEL]

Ein Film, der lustig ist. [Little Miss Sunshine]





Spike Lees Werbefilmchen für die Verleihung sind wirklich gut geworden und zeigen ein wenig von dem, was ich 2002, bei meiner ersten Oscarverleihung mit am schönsten fand. Die Montagen, in denen die Liebe zum Film und seine Relevanz im Leben von jedem von uns, zum tragen kam.
In der Berichterstattung über heute Abend überschlagen sich peinlicherweise auch die ruhmreichsten und anspruchsvollsten Blätter mit Belanglosigkeit. In einem notdürftig zusammenklabusterten ABC auf der Gesellschaftseite der FAS zum Beispiel. Oder die hundertste Oscarprognose im heutigen Feuilleton. Kurz nach der Nominierung wartete ebenfalls die FAS mit einer langweiligen Prognose von Kenneth Turan auf.
Oscarprognosen sind etwas, dem man sich, befindet man sich im Geschäft (des Filmliebhabers, an welchem Hebel auch immer) kaum entziehen kann. Die Prognosen, die ich freiwillig lese, müssen jedoch erstmal ihr Recht verdienen überhaupt über etwas so verleumderisches und zu Unrecht Anerkanntes schreiben zu dürfen. Mit einem klugen Einleitungssatz, einem lustigen Intro, einer ernstzunehmenden Perspektive.
All das vermisse ich bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Jesus Christus (liebe Grüße an James Cameron), sogar auf der Titelseite haben sich die Academy Awards breitgemacht.)
An folgenden Adressen habe ich es gefunden und werde es auch finden. Denn eines sei gesagt: Die meisten unter uns, die Film und seine Macher lieben kommen nunmal nicht an dieser Veranstaltung vorbei.

Vor allem wenn man sich einsam und alleine fühlt während man eine künstlerische Enttäuschung nach der nächsten auf der Bühne sieht:

Die coolsten und besten Treffpunkte heute Abend:


Der großartige Defamer


Nick Nunziatas Live Kommentar


Harry Knowles' Live Kommentar



Bleibt nur noch eine, ja die wichtigste Frage dieses Tages zu beantworten: Wenn man so viel rummeckert, wenn man sich betrinkt bevor man diese Veranstaltung schaut, wenn man neben dem Drogenkonsum auch noch die Menschen verachtende Red Carpet Show in Kauf nimmt, wenn man von zwei Uhr nachts bin fünf Uhr morgens keinen Schlaf sonder nur Müdigkeit und Kalorien (durch Hopfen und Hefe und Malz) zu sich nimmt...
...
warum geht man nicht einfach ins Bett?

Es ist unsere Bestimmung dieser Nacht beizuwohnen. Wir sind diejenigen, die sich nicht um das Kleid von Nicole Kidman kümmern, außer wenn sich deutlich ihre Brustwarzen unter dem einem Duschvorhang ähnlichen Gewand abzeichnen. Wir sind diejenigen, die mit resigniertem Blick und dem Mitgefühl des barmherzigen Samariters in das Couchkissen schreien, um niemanden aufzuwecken, wenn es Sounddesignern untersagt wird auf die Bühne zu kommen. Wir verharren in taumelnder Siegerpose, wenn die Künstler, die uns ans Herz gewachsen sind und deren Werke uns inspirieren und eine Ode an die Schönheit und Macht des Film darstellen sich von ihrem Platz erheben. Wenn sie mit einem Ausdruck der Glückseligkeit, Kollegen umarmend, Hände reichend, sich auf den Weg zur Bühne machen. Das ist der Ritt des Regisseurs (Designers, Musikers, Autors, Produzenten) in den Sonnenuntergang. Wenn in dem Moment des ersten Wortes am Mikrophon die ganze Komplexität und Kompliziertheit des künstlerischen Prozesses in einem kleinen Glücksmoment kristallisiert und zelebriert wird.
Es gibt auch noch andere Momente, die möglicherweise nicht scheiße sind. Für diese Momente sind wir dabei. Und weil ich einfach keine andere Möglichkeit habe Steven Spielberg (und andere Menschen) life reden zu hören.

Thursday, February 22, 2007

THE SCIENCE OF VHS TAPES

Michel Gondrys letzter Film THE SCIENCE OF SLEEP ist immer noch frisch in unseren Köpfen und klingt in den Erinnerungen an das schöne letzte Filmjahr nach. Jetzt reicht wohl DAVE CHAPPELLE'S BLOCK PARTY um uns über die Monate hinwegzuhelfen, die wir auf den neuesten Gondry warten müssen.

Soeben ist auf AICN bereits ein erster Erlebnisbericht einer Be Kind Rewind Tesvorführung in Pasadena erschienen. Das Publikumsmitglied namens Plant! Plant! ist eigentlich ziemlich begeistert. Er beschreibt den Film jecoch auch als leicht zugänglich und nicht so extrem wie vorherige Gondry-Filme.

Zu meiner Überraschung stammt das script, welches nach Quints Aussage qualitativ überzeugte und von zwei Videothekangestellten handelt, die aufgrund einer Notlage einige ihrer Filme für eine demente alte Kundin mit dem eigenen Camcorder nachstellen müssen, von Gondry selbst.
Auf jeden Fall scheint Jack Black, als Film nachstellende Kampfmaschine in diesen Film zu passen wie die Faust aufs Auge.

Wenn wir Glück haben wir der Film auch noch in diesem Jahr den Weg in unsere Kinos finden...